2010

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Inhalt

Der namenlose Ich-Erzähler des Romans ist ein ca. 20-jähriger Soldat, der beim Militär seine neue Heimat gefunden zu haben glaubt. Ohne familiäre Liebe, ohne Verdienstmöglichkeit und Zukunftsperspektive aufgewachsen, erscheint ihm die soldatische Disziplin nach der Unsicherheit seiner Jugend als Paradies. Schnell verinnerlicht er die Phrasen der militanten Rechten vom Krieg als Vater aller Dinge, von Herren- und Untermenschen, vom Vaterland als höchstem Wert. Alles außerhalb des Soldatischen Liegende hasst er, vor allem die Frauen, aber im Grunde auch sich selbst.

Eines Tages sieht der Soldat auf dem Jahrmarkt eine junge Frau und verliebt sich in sie. Er hat keine Gelegenheit, sie kennenzulernen, weil er als sogenannter „Freiwilliger“ bei einem blitzartigen Überfall auf ein kleines Land kämpfen muss…

Die Inszenierung folgt dem Motto „Empathie mit einem Nichtdenkenden“ und nimmt das Faszinosum Militär ernst. Ausgehend von den Werbeauftritten von Verbindungsoffizieren in Klassen bei denen Rekruten für das Bundesheer gefunden werden sollen, entwickelt das Vorstadttheater eine Spielform für den Text von Horvath. Es geht um Verbindung von Begriffen wie:  Stärke,  Sieger, Ideologie, Selbstwert,  Selbstbestimmtheit und politisches Un-Bewusstsein und deren Inszenierung.

Das Vorstadttheater kommt vor Ort, egal ob Klassenzimmer, Hinterzimmer, Bezirksamt und erzählt dort die Geschichte mithilfe weniger Requisiten auf engstem Raum.

Entstehung der Vorlage

Anfang der 1930er Jahre war Horváth ein erfolgreicher und viel gespielter Dramatiker, der sein Einkommen vor allem aus seinen Stücken zog. Als zunächst in Deutschland, dann auch in Österreich seine Stücke verboten und seine Bücher verbrannt wurden, verlegte er sich, auch der Not gehorchend, auf das Schreiben von Prosa, da vor allem diese literarische Form für ausländische Verlage von Interesse war. Mit der Niederschrift seines letzten Romans Ein Kind unserer Zeit hatte Horváth noch 1937 in Österreich begonnen.

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